Der Film

 

Roma Stories

 

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In dem Dokumentarfilm Roma Stories, geht es um Roma Biografien, die sich spiralartig von innen nach außen öffnen. Sie berichten von der eigenen Kultur, fern von Fremdzuschreibungen. Es geht um das „Roma Sein“, und das „Hiersein“, um die eigene Präsentation der eigenen Kultur und nicht um irgendeine Interpretation, welche Jahrhunderte von der Mehrheitsgesellschaft, skizziert und analysiert wurde.

 

Und was sucht eine Griechin, in diesem Dokumentarfilm?

„Ja, ich suchte die Antithese zudem, was bis jetzt nicht sichtbar werden durfte, weil es angeblich das Stigma, des „problematischen“ besaß, welches als Axiom über lange Zeit als Wahrheit galt.    

Die Kultur als statischen Begriff zu verstehen würde dem positiven Stereotyp nach, dazu führen, dass ich mich  als Griechin in Geometrie spezialisieren müsste, einfach richtig gut sein müsste, und mit dem Zirkel und dem Geodreieck, die Welt  abzumessen müsste.

Stattdessen interessierte ich mich lieber für Samiras Fehlen, welches ich an ihrem leeren Schreibtischplatz abmessen und an dem Schmerz in mir spüren durfte.“ 

„Samira kommt nicht mehr, sie wird ab jetzt in Rumänien bei ihrer Großmutter leben“, sagte der Lehrer trocken.“

Die Lehrer vermuteten eine Zwangsheirat- die Schüler phantasierten über einen Mord und ich blieb verzweifelt ohne Jemanden an meiner Tischseite zu haben, mit dem ich Gummi Twist spielen würde und mit dem ich mir die raffiniertesten Schummelzettel basteln würde. Samira war genauso wie ich 11 Jahre alt. Sie kam so wie ich, mit ihren Eltern nach Hamburg. In den ersten drei Monaten sprachen wir kein Wort. Wir spielten wortlose Spiele und lächelten uns schweigend an, bis wir uns dann über deutsche Wörter, die das scharfe „SCH“ beinhalteten lustig machten. Sie war meine erste beste Freundin in Hamburg.

Ich suchte Samira Jahre lang, um sie zu fragen, warum sie fort musste, um ihr den letzten Schummelzettel zu schenken, den ich nach ihrem Verschwinden nicht mehr benutzt habe, weil mich der Mathelehrer das mal davor erwischt hat. Ich suchte Samira bis ich sie in vielen Roma Stories wieder fand.

Begleitet auf dieser Reise haben mich Marko D. Knudsen, der in der Roma Welt zu Hause ist und Babak Bataghva, der überall zu Hause ist. Ohne viele Worte zu verlieren, starteten wir unsere Reise, indem wir Schmerz, Freude und Träume aufnahmen. Unsere Wege öffneten sich rasant vor unseren anfangs noch unsicheren Schritten, um Leben festzuhalten, welches hörbar und sichtbar werden musste.

Marko, der die Wege kürzer machte und die Menschen näher an uns ran holte, Babak der mit seiner Kamera jede Sekunde verewigte, und ich die durch jedes Interview, meine erste Freundin Samira zurückgewann bildeten ein Team. Das „ Roma Stories“ Team, öffnete innig seine Arme für Hannelore, die uns mit ihrem Photoapparat begleitete.

Markos Buch „Die Geschichte der Roma“ gehört für mich zur Antithese dessen, was im Establishment existiert, denn es rebelliert gegen die Geschichte, die meistens von Nicht Sinti und Nicht Roma geschrieben wurde.

Emanzipiert und auf die Wurzeln des lateinischen Wortes „Kultur“  „colere“ basierend, was „pflegen“ und „beschützen“ bedeutet, beschützt er sein kulturelles Kapital in dem er die Geschichte der Roma pflegt und weitergibt. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei Marko bedanken, dass er mit mir diese Reise gehen wollte und gegangen ist.

Ziel dieser Reise ist es gewesen, Biografien in den Mittelpunkt zu stellen, welche Jahrhunderte lang ins dunkle Loch der rassistischen Vorurteile, und Xenophobie fielen.  

Unsere Protagonisten und Protagonistinnen, berichten über ihre Geschichten, indem sie ihre Roma Identität nicht verheimlichen, sondern stolz in den Fokus stellen.

Rassistische Vorurteile bringen Imaginationen hervor und ein Wissen, um das Wer wir sind, wer zugehörig ist und wer nicht.

Da die Luft Allen gehört, liegt es an unserem Verstand unseren Mikrokosmos zu verbessern, indem wir die „dreckige“ Luft mit dem Filter des Verstandes zu säubern haben und dafür zu sorgen, dass das Wissensrepertoire überprüft werden kann.